“My film isn’t about killing and getting killed; it is instead born out of the need to show the colors and the complexity of a world in transition towards something mysterious and beautiful.” Artan Minarolli

Koli studiert Sprache und Literatur in Tirana, doch sein unbeschwertes Studentenleben findet
ein abruptes Ende, als sein Vater stirbt. Im abgelegenen Bergdorf erfährt er, dass gemäss
dem alten Ehrenkodex „Lek Dukagjine“ ein Racheschwur über ihn verhängt wurde, weil sein
Grossvater vor rund 60 Jahren jemanden getötet hatte.
An das moderne Stadtleben und andere Umgangsformen gewöhnt, kann Koli gar nicht recht
glauben, was im widerfährt. Er fasst Mut und sucht die Familie, die Vergeltung fordert, im
Bergdorf auf. Die Familienältesten nehmen ihn gastfreundlich auf, inmitten von ihnen sitzt
auch ein Junge mit klarem, hübschem Gesicht – es ist jener Junge, der auserkoren wurde,
Koli umzubringen. Kolis Bitte um Versöhnung wird zurückgewiesen. Nur gerade drei Tage
Aufschub erhält er, danach ist der Racheschwur wieder in Kraft.
Koli hat keine Chance, er sucht nun Schutz bei seinem Verwandten Zef und dessen Sohn Fike
in einem unweit von Tirana gelegenen Dorf. Fike und Koli sind im selben Alter und kommen
ganz gut zurecht miteinander. Fike besorgt Koli einen Job in der lokalen Autowaschanlage,
aber dieser kann nicht akzeptieren, dass er einfach so aus seinem Leben geworfen wurde. Als
er merkt, dass seine Anwesenheit im Dorf zu einer Gefahr für die andern wird, beschliesst er, nach Tirana zurück an die Uni zu gehen.
Zwar kann Koli nun wieder seinem Studium nachgehen, mit seiner Freundin ausgehen und
sein gewohntes Leben führen, doch er ist leicht aufzuspüren. Der Tod lauert ihm permanent
im Nacken. Koli kommt in den Besitz einer Pistole und lernt damit umzugehen, um sich im
Notfall verteidigen zu können. Er trägt die Waffe nun immer auf sich, sogar in der Aula. Diana
versteht ihn immer weniger, er ist nicht mehr der Koli, der er einmal war.
Schliesslich kommt der Tag, an dem der Mörder angreift. In einem Reflex schiesst Koli zurück
und verwundet seinen Angreifer tödlich, während er selber am Bein verletzt wird. Koli schaut
sich das schöne Gesicht des toten Mörders aus der Nähe an, knöpft dessen Hemd auf und
entdeckt, dass es eine Frau ist. Die Familie hat das Mädchen als Junge grossgezogen, weil
nur ein Sohn die Blutrache vollziehen kann. Das Einzige, was Koli nun bleibt, ist die Flucht ins
Ausland. Er bekommt einen Platz im überfüllten Laderaum eines Frachtschiffs, das illegal
Immigranten transportiert. Das Schiff erleidet einen Unfall und sinkt. Wird Koli überleben?