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Als Kind musste Mirka aus ihrem kurdischen Heimatdorf Zara fliehen. Zwölf Jahre später, getrieben von der Sehnsucht nach Ihrer Heimat, begibt sie sich zusammen mit ihrer schweizer Freundin Nursa auf die lange Reise nach Zara, auf Deutsch «Die Geburt des Weges». Auf ihrem beschwerlichen Fussmarsch durch die eintönig karge Landschaft begegnen den beiden Frauen Personen, von denen man nicht genau weiss, ob sie im Hier und Jetzt leben oder nur Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit sind. Je tiefer sie in das Land eindringen, desto stärker vermischen sich Realität, Erinnerung und Phantasie. Während es der heimatlosen Mirka auf der Reise gelingt, ihre Identität wiederzuentdecken und sich mit ihren Wurzeln zu versöhnen, stösst das Erlebte bei Nursa auf immer grösseres Unverständnis. Mit ihrem westlichen Blick kann sie das Gesehene weder verstehen noch verarbeiten und entfremdet sich immer mehr von ihrer Freundin...
Ayten Mutlu Saray kreiert in ihrem ersten Spielfilm eine poetische Meditation über das Leid des Exils und die tragische Geschichte der Kurden, die immer gezwungen waren, ihre eigene Sprache und ihre Wurzeln zu verleugnen. Eingebettet in betörend schöne und metaphorische Landschaftsbilder zeigt die Regisseurin die Rituale und Mythen, auf welchen die kurdische Identität gründet.

Der Preis wird Marcel Vaid für seinen wichtigen und sensiblen Beitrag verliehen, der wie eine
Trauermusik die hermetische Atmosphäre eines Films trägt, der zwischen Traum und Realität,
zwischen Vergangenheit und Gegenwart oszilliert. Laudatio Schweizer Filmpreis

Zara erzählt von Menschen, die gezwungen werden, das «Exil» als äusseres, aber auch als inneres Schicksal zu leben. Dieser Zustand ist eine Verschmelzung verschiedener Zeitebenen: eine verlorene Vergangenheit, eine zerstörte Gegenwart und eine mit Hoffnung gefärbte Zukunft. Um den Ort Zara liegt eine offene leere Ebene, die nur aus verlassenen Orten besteht. Hier suchen die Menschen das, was sie verloren haben: ihre verlorenen Briefe, ihre verlorene Kindheit, ihr Haus, ihre Freunde, ihre Eltern und ihre Kinder. Der Ort Zara bildet den Mittelpunkt der Suche nach einem Ort der Geborgenheit – einer Suche, bei der das Erinnerte und das Geträumte sich im Imaginären zu entfalten beginnen. In Zara wird die Cem gefeiert – eine Zeremonie der Suche nach der Hoffnung.

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